Navigation... die Kunst sein Ziel zu finden.
Vorüberlegungen zur Navigation mit dem PDA
Vor dem Einkauf sollte man sich gut Überlegen für welche Einsatzzwecke die Navigation benötigt wird. Ich habe dazu ein paar Fragen und deren Auswirkungen auf die Entscheidung zusammengestellt. In diesem Beitrag gehe ich auf keine Produkte bzw. Hersteller ein, da es dazu im Internet genügend andere Informationsquellen gibt, die aktueller sind und auch gehalten werden. Die hier aufgeführten Informationen sollen lediglich eine kleine Hilfestellung zur Entscheidungsfindung für den Einsatz eines mobilen Navigationssystem sein.
Will ich einen Ersatz für einen Festeinbau Navigationsgerät?
Bei dieser Frage sollte man sich bewusst machen, dass ein Festeinbau in der Regel die saubere, jedoch teurere Variante ist. Legt man viel wert auf Optik und weniger auf Mobilität dann sollte man sich besser über Festeinbauten informieren. Ein unumstrittener Vorteil eines Festeinbaus ist, dass dieser mit dem Tachometer des Kfz verbunden ist und somit eine Navigation in Tunnels oder engen Straßenschluchten 100%ig gewährleistet werden kann. Hier kann eine mobile Lösung einfach nicht mithalten, denn selbst die neueren Chips mit höher Leistung können in einem Tunnel keine Satelliten mehr empfangen und somit auch nicht navigieren.
Will ich das Navigations- System in mehreren Autos einsetzen?
Dies ist wohl die Frage die am einfachsten zu beantworten ist. Falls dies der Fall sein sollte wie z.B. bei mir selbst, da ich ein Auto für die Fahrten zur Arbeit und ein Wohnmobil für die Freizeit und den Urlaub besitze, konnte ich einen Festeinbau schnell ausschließen. Man sollte nur bedenken, dass bei der dann notwendigen Anschaffung einer Halterung für den PDA ein schnell montierbares System gewählt wird, damit ein Umbau der Halterung möglich wird. Dies sind in der Regel alle Saugnapf Halterungen. Ein echter Nachteil dieser Lösung ist der ständig sichtbare Kabelsalat, denn zum einen braucht der PDA und der GPS Empfänger einen 12V Anschluss. Die meisten Lösungen der Hersteller sehen dazu ein Twin Kabel (ein 12V Stecker mit anschließender Trennung der Zuleitung zum PDA und zum GPS Empfänger) vor.
Die Alternative dazu sind Bluetooth GPS Empfänger wobei man sich hier lediglich den Vorteil erkauft, ein Kabel weniger zu benötigen und den Empfänger irgendwo im Umkreis von 10m im Kfz zu platzieren. Aber wer ehrlich ist sind nicht viele Möglichkeiten im Auto vorhanden die einen freien Sichtkontakt zum Himmel bieten. Und zu beachten ist auch, dass der GPS Empfänger ab und zu auch aufgeladen werden muss und dazu benötigt man dann wieder eine 12V Versorgung in der Nähe.
Will ich zu Fuß und mit dem Bike navigieren?
Warum zu Fuß oder mit dem Bike navigieren? Na ja manchmal wäre es schon interessant zu wissen wenn ich in Rom stehe und den schnellsten Weg zum Kapitol finden möchte, oder mit dem Bike irgendwo in den Bergen stehe und nur mal schnell nachschauen will wo ich mich gerade befinde. Es gibt viele sinnvoll oder weniger sinnvoll erscheinende Anwendungsgebiete eines ist sicher ein mobiles PDA Navigationssystem eröffnet einem ganz andere Anwendungen, vorausgesetzt man ist bereit sich in die Thematik einzuarbeiten. Und das ist manchmal gar nicht mal so einfach wie es klingt.
Nun aber zurück zur eigentlichen Fragestellung. Wenn ich auch außerhalb meines Autos navigieren will muss ich zwei Dinge berücksichtigen.
Ich brauche einen GPS Empfänger der keine externe Stromversorgung benötigt. Dies sind i.d.R. CF-GPS oder Bluetooth GPS Empfänger. Hier entscheidet die Handhabung und nicht zuletzt welchen PDA ich für die Navigation verwende.
Wähle ich die Alternative CF so muss mein PDA entsprechend einen CF Slot aufweisen und zusätzlich einen SD Slot besitzen um das Kartenmaterial zu beherbergen. Zukunftssicherer und Up to Date sind sie mit kleine, handlichen BT GPS Empfängern. Bei diesen ist insbesondere die Laufzeit und die Lade zeit mit ein entscheidender Faktor.
Ich brauche einen entsprechenden PDA, der entweder BT und/oder CF-Slot Karten aufnehmen kann.
Aus meinen eigenen Erfahrungen heraus habe ich mich für die CF-GPS in Verbindung mit einem entsprechen ausgestatteten PDA entschieden (Loox). Ein Bike Navigation habe ich damit nur einmal zu Testzwecken durchgeführt. Mir war es dann doch zu unsicher und mein PDA zu wertvoll um diese Lösung weiter zu verfolgen. Für eine Bike Navigation gibt es sicherlich bessere und vor allem witterungs- beständige Lösungen von einschlägigen Navigations- Geräte Herstellern.
In welchen Regionen (Ländern) benötige ich die Navigation?
Bin ich z.B. beruflich sehr viel unterwegs und muss über Bundesland- oder Länder Grenzen hinweg navigieren so muss man unbedingt darauf achten, dass die Software dieses unterstützt. Was nicht viele wirklich tun. Hier rate ich sich in den Foren (pocketnavigation.de) zu informieren und erst dann eine Wahl der Software zu treffen.
Aber Achtung auch scheinbar Software, die keine übergreifende Navigation besitzen können mit einer Major Road Map (z.B. Europakarte die nur Autobahnen und Bundesstraßen beinhaltet) dieses dann rudimentär doch.
Auch kann man sich hier viel Geld sparen. Eine Deutschland Version der Navigations- Software ist halt nun mal billiger als eine Europa Version.
Was benötige ich für ein PDA Navigationssystem?
Natürlich einen leistungsstarken PDA und hier sollte man sich darüber im klaren sein, dass fast alle bekannten Navigations- Software Hersteller nicht gerade sparsam mit den Anforderungen umgehen. So sind z.B. mindestens 30MB freier Speicherplatz notwendig, wenn man nicht immer mit Fehlermeldungen konfrontiert werden will bzw. eine Routenberechnung erfolgreich durchführen möchte. Ich empfehle hier auf Geräte mit mind. 128MB Speicher zu setzen. Da diese Geräteklasse meist über einen passablen Prozessor verfügen, gehe ich hierauf nicht näher ein.
Als nächstes natürlich die Navigations- Software. Hier sollte man sich ruhig auch mal mit dem Gedanken der Upgrade Angebote beschäftigen. Es ist in manchen Fällen kostengünstiger eine alte Version zu kaufen und dann das Upgrade durchzuführen als gleich immer die neueste Software beim Händler zu erwerben. Auch hier hilft bei der Auswahl das Internet (pocketnavigation.de) mit entsprechenden Funktionsübersichten und Testberichten.
So nun nur noch einen GPS Empfänger, der von der Software unterstützt wird (im Bundel Paketen ist dieser bei der Software mit dabei - schränkt die Flexibilität des Käufers ein wirklich das für Ihn Beste zu erwerben!). Diese Entscheidung hat bei mir zum einen Lehrgeld gekostet und zum anderen die meiste Zeit in Anspruch genommen. Bei den GPS Empfängern sind halt die Qualitäts- Unterschiede und Verträglichkeit mit der Software zum Teil extrem. Hier gilt also die Devise, viel lesen und erst dann entscheiden auch wenn es etwas teurer wird.
Und zum Schluss noch eine Autohalterung. Ich habe mich aufgrund der Möglichkeit zur besseren Befestigung des GPS Empfängers für eine Universal Dual Saugnapf Halterung entschieden. Bei dieser Variante kann ich bei Bedarf nur den PDA oder nur das Handy oder eben beides befestigen. Bei dieser Lösung kann man den von mir gewählten CF-GPS Empfänger, der auch als externer Empfänger betrieben werden kann super in der Mitte zwischen PDA und Handy einklemmen und optimal ausrichten (8-10 Satelliten ist keine Seltenheit!).
Hindernisse und Umstände!
In den meisten Fällen passen alle Komponenten gut zueinander und funktionieren nach einer erstmaligen Initialisierung einwandfrei. Doch auch hier liegt wie so oft der Teufel im Detail bzw. in der Einfachheit. Ich möchte an dieser Stelle nur auf ein paar Bedienerfehler hinweisen, die mir selbst unterlaufen sind.
Nach der Installation fand meine Navigations- Software kein GPS. Nach etlichen Versuchen und somit vielen Stunden wurde mir bewusst, dass meine PDA Schnittstelle durch die externen Tastatur Treiber belegt sind, da diese sich automatisch nach jedem Reset wieder aktivieren.
Also: Erst alles deaktivieren was auf der Schnittstelle externe Geräte ansteuert.
Auf alle Fälle sollte man sich einen GPS Monitor besorgen um im Notfall seinen Empfänger umzuprogrammieren (NMEA auf SIRF, Baudrate ect.)
Immer darauf achten, dass vor dem Programmstart mind. 30MB Programmspeicher zur Verfügung stehen.
Etwas simples aber es passiert halt. Bevor man dem System die schult gibt darauf achten, dass die 12V Stromzufuhr auch bei ausgestelltem Motor und gezogenem Schlüssel versorgt wird.
Die Budgetfrage stelle ich hier absichtlich noch nicht. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus ist es immer besser, sich zuerst über den Einsatz und deren Möglichkeiten Gedanken zu machen als über das Budget zur Lösung zu kommen, die dann letztendlich in den seltensten Fällen den Ansprüchen genügen.